Unternehmensführung 2.0: Demokratie statt Betriebsrat

von Steffen Greschner am 14. Juni 2012

Das sich der Gedanke von Beteiligung und einem anderen Hierarchieverständnis immer stärker in den Köpfen vieler Menschen festsetzt, zeigt der Blick auf die Neuorganisation mutiger Unternehmen.

Während das Softwareunternehmen Valve erfolgreich ohne jegliche Hierarchie auskommt, versucht das deutsche Softwarehaus Synaxon AG das komplette Unternehmen über die Beteilgungssoftware Liquid Feedback zu organisieren, wie es brand eins in einem sehr lesenswerten Artikel beschreibt:

Synaxon pflegt unter seiner Führung schon lange eine sehr offene Unternehmenskultur (vgl. brandeins 03/2007, “Die gläserne Firma”). So kann beispielsweise jeder, ob Führungskraft oder nicht, seine Aufgabenbeschreibung oder Arbeitsabläufe selbst ändern und dies in einem Unternehmenswiki vermerken. Wenn keiner widerspricht, wird fortan wie vorgeschlagen gearbeitet. Dieses Verfahren mag zwar hier und da zu Konflikten unter Mitarbeitern führen. Gleichzeitig hält es aber auch alle ständig dazu an, mit ineffizienten Routinen zu brechen und nach der intelligentesten Form der Zusammenarbeit zu suchen.

Nach fünf Jahren mit “ausnahmslos guter Erfahrung” ist man nun offenkundig entschlossen, die Grenzen weiter zu verschieben. Roebers und seine beiden Vorstandskollegen haben sich dazu verpflichtet, alle Feedbackvorschläge auch tatsächlich umzusetzen. Einzige Einschränkung: Die Initiativen dürfen dem Unternehmen nicht elementar schaden oder die Vorstände in die Situation bringen, gegen aktienrechtliche Pflichten zu verstoßen.

Die Entscheidung eines Unternehmens, zu 100% auf die eigenen Mitarbeiter zu vertrauen ist mutig, kann aber wohl ein richtiger Schritt sein, um Arbeit neu zu denken. Indem man den Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, sich aktiv an der Ausrichtung und den Zielen des Unternehmens zu beteiligen.

Spannender ist aber fast, dass sich in einem 150 Mann Labor, wie der Synaxon AG sehr gut verfolgen lässt, was den Menschen wichtig ist, für zufriedene Arbeit. Die ersten Veränderungen, die über Liquid Feedback angestoßen wurden, reichen vom Betriebsfahrrad, bis zur Anpassung der Löhne an Branchenübliche Tarifverträge. wie Synagon im eigenen Blog schreibt.

Einen Betriebsrat hat die Synagon AG nicht. Wollen die Mitarbeiter nicht. Zu altmodisch. Zu hierarchisch.

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Palo Stacho Juni 26, 2012 um 15:21

Das demokratische Managementmodell ist das Führungsmodell für das 21. Jahrhundert. Einer hat das bereits sehr erfolgreich vorgemacht, nämlich Ricardo Semler. Ich kenne seine Bücher und konnte Ihn bereits persönlich kennenlernen. Seine Bücher waren Bestseller in den 90ern, es ist erstaunlich wie schnell er und seine Konzepte in Vergessenheit geraten ist (Prä-Internet Syndrom?) Für mehr Details empfehle ich :
http://krisenfrei.wordpress.com/2010/12/19/ricardo-semler-ein-vorbild-fur-alle-manager/

und ab nächster Woche publiziere ich unter http://www.geschäftsmann20.com eine persönliche Zusammenfassung des Buches “semco System”.

Ach ja, Betriebsräte bräuchte es dann wirklich nicht mehr….
So Long, Euer Geschäftsmann 2.0

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