New Work

Unter dem Titel 100x Neues Leben hat die Breuninger Stiftung aus Stuttgart einen Feldversuch zu “neuer Arbeit” ins Leben gerufen. Zielsetzung ist es, regional verwurzelt, neue Ideen für Arbeit und Leben zu entwickeln:

Im Kern geht es darum – ähnlich wie in der Diskussion um das Grundeinkommen – zu zeigen, dass Menschen für sich und ihre Region arbeiten wollen. Dafür muss aber der Begriff der Arbeit geweitet werden, und andere Formen wie zum Beispiel bürgerschaftliches Engagement oder soziale Dienstleistungen möglich sein.

Anders als bei klassischen Förderprogrammen, legt das Projekt ganz bewusst keine Messlatte und hat keine skalierbaren Erwartungen an die Teilnehmer:

Niemand kann versprechen, dass eine Idee am Ende ein sicherer Erfolg wird. Aber das Projekt bieten einen Raum, um Dinge ausprobieren zu können – und im besten Fall den einen fehlenden „Baustein“, den einen richtigen Kontakt oder den einen zündenden Gedanken, der es ermöglicht, neue Wege zu gehen.

Leider musste man bei der Breuninger Stiftung vom ursprünglichen Projektziel eines bedingungslosen Grundeinkommens Abstand nehmen. Vor zwei Jahren klang die Projektbeschreibung noch so:

Der Projektskizze zufolge sollen je 100 Teilnehmer an zwei deutschen Standorten für einen Zeitraum von zwei Jahren ein festes Grundeinkommen erhalten: monatlich 800 Euro netto, zuzüglich der Beiträge zur Sozialversicherung. Um möglichst aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, hat die Projektgruppe zwei Testgebiete mit unterschiedlicher Wirtschaftskraft ausgewählt. Ein Feldversuch soll im wirtschaftlich starken Stuttgart, der andere in einer strukturschwächeren Gemeinde in Brandenburg stattfinden. Der Start des Projekts ist für Mitte 2010 vorgesehen.

Mehr Informationen bekommt man bei der Breuninger Stiftung, auf der Projektseite und in einem Positionspapier von 2010.

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Trends für Arbeitsmodelle der Zukunft

von Steffen Greschner am 30. Juli 2011

Arbeit klingt nach Zwang und Großraumbüro. Nach Fabrik und Stempeluhr. Unter dem Begriff New Work entwickelt sich dagegen ein Modell, dass “Neue Arbeit” anders betrachtet:

Das frühkapitalistische System der Lohnarbeit soll langsam in die Neue Arbeit überführt werden. Diese soll aus drei Teilen bestehen:

  • 1/3 Erwerbsarbeit,
  • 1/3 High-Tech-Self-Providing (Selbstversorgung) und smart consumption und
  • 1/3 Arbeit, die man wirklich, wirklich will.
t3n.de hat einen ausführlichen Beitrag dazu geschrieben.
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Stark diskutiert werden momentan auch Modelle wie CoworkingCrowdsourcing oder Job Sharing. Wenn man manchen Analysten glauben will, werden Firmen in Zukunft ihre Arbeitsplätze sogar an Mitarbeiter vermieten.
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Wird vieles noch immer rein organisatorisch betrachtet oder neue Modelle sogar als USP für Geschäftskunden verkauft, geht es bei den wirklichen Bewegungen vielmehr um die Freiheit der Mitarbeiter.
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Dass diese Freiheit auch zu einigen Problemen in der Selbstorganisation führen kann, hat der Tagesspiegel sehr unterhaltsam beschrieben.
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