Wie kann eine Partei aus einer Bewegung erwachsen?

von Steffen Greschner am 28. Januar 2013

Eine Frage, die auch wir uns immer wieder gestellt haben im vergangenen Jahr: woran liegt es, dass die Piraten den kurzfristigen Aufwind nicht lange halten konnten? Neben uns hat sich das die letzten Tage auch der Berliner Pirat Christopher Lauer in seinem Blog gefragt und viele sehr gute Antworten darauf erhalten.

Dass es in vielen Ländern gerade in den letzten Jahren gelungen ist, ganz neue Bewegungen zu etablieren und als “Parteien” in die Parlamente zu wählen, haben die Deutschen Wirtschafts Nachrichten in einem Übersichtsartikel aufgezeigt:

Weltweit erringen neue Parteien spektakuläre Wahlsiege, zuletzt am Dienstag in Israel. Alle haben auffällige Gemeinsamkeiten: Sie kritisieren das jeweils herrschende System fundamental. Sie prangern die Korruption an. Sie fordern mehr Selbstbestimmung und eine Sicherung der Bürgerrechte. In Deutschland dagegen herrscht gespenstische Ruhe. Liegt es nur am Wohlstand?

Den Wunsch nach Veränderung haben die teils sehr hohen Umfragewerte der Piratenpartei im letzten Jahr eindrucksvoll bewiesen. Wie müsste aber eine Bewegung aussehen, die sich nicht im innerparteilichen HickHack zerredet, sondern ein gemeinsames Ziel formuliert, mit dem sich viele identifizieren können – ohne sofort nach einem Vollprogramm zu rufen?

Unserer Beobachtung nach, waren es gerade die losen Strukturen und die inhaltliche Offenheit, gepaart mit dem Glauben an Veränderung, die den Piraten zu Erfolgen verhalf. Eben der Flair einer “Bewegung” und nicht die Streitereien einer “Partei”.

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