Baden-Württemberg entwickelt Schüler-Facebook

von Steffen Greschner am 24. Juli 2013

Die Aufregung um das Verbot Facebook an Baden-Württembergs Schulen dienstlich zu nutzen, hat einige Wellen geschlagen. Rheinland-Pfalz ist direkt nachgezogen. Einige andere Bundesländer haben sich dagegen klar für Facebook ausgesprochen.

Der Direktor des Landesmedienzentrums in der Landeshauptstadt, Wolfgang Kraft, sieht viel Fehlinterpretation und Aufregung an der falschen Stelle. “Es handelt sich bei der Handreichung eigentlich eher um eine Klarstellung, die den rechtlich bestehenden Datenschutzrahmen deutlich macht“, so Kraft. Außerdem kündigt er ein eigenes soziales Netzwerk für Baden-Württembergs Schulen an:

Wir arbeiten daran, dass wir den Schulen etwas anbieten können, was rechtlich einwandfrei ist. Das sehen wir als unsere Aufgabe. Natürlich können und wollen wir nicht mit Facebook konkurrieren aber wir bauen eine Kommunikationsplattform für Schüler, Lehrer und Schulen auf. Das Thema ist sehr Komplex mit sehr hohen Anforderungen. Ich hoffe auf erste Modelle bis Jahresende.

Wie das Netzwerk aussehen soll, ob es nur als Lernplattform ausgestaltet wird und mit welchem Budget daran gearbeitet wird, wollte man uns dagegen nicht verraten. Nur soviel, dass die Umsetzung in enger Abstimmung mit dem Kultusministerium und natürlich dem Datenschutzbeauftragten in Baden-Württemberg stattfindet. Es handele sich dabei um eine Insellösung für Baden-Württemberg. Eine Länderübergreifende Entwicklung gebe es bisher nicht.

Die open-source Lernplattform moodle wird als Übergangslösung empfohlen.

Bis es soweit ist, ist die als alternative genannte Plattform Moodle ist aus Sicht des Landesmedienzentrums eine gangbare und rechtlich vertretbare Übergangslösung mit der Schüler und Lehrer auch offiziell in Lern- und Arbeitsgruppen arbeiten und sich austauschen können. Als Vorbild für die Eigenentwicklung sehe man diese Lernplattform allerdings nicht.

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